Businessplan für Fitnessstudios: Die Erstellung einer Strategie

Willkommen zu unserer Serie über Strategisches Management. Diese Serie streckt sich über drei Teile. In diesem Teil geht es spezifisch um die Erstellung deiner Strategie. Du lernst worauf es ankommt,…

Donnerstag,   |   Geschätzte Lesedauer: 8 Minuten

Willkommen zu unserer Serie über Strategisches Management. Diese Serie streckt sich über drei Teile. In diesem Teil geht es spezifisch um die Erstellung deiner Strategie. Du lernst worauf es ankommt, und wie du deine Strategie passend auf dein Unternehmen erstellen und ausrichten kannst. In den nächsten Teilen geht es um die Implementierung und die Evolution deiner Strategie. Wir hoffen, dass du nach dieser Serie Lust darauf hast, strategisch zu Arbeiten und deinem Studio neue Ziele zu setzen und weiter zu wachsen. 

Die Vorteile einer Strategie

Eine fundierte und ausgeklügelte Strategie kann in vielerlei Hinsicht für dein Studio sinnvoll sein. Selbst wenn du mit deinem Geschäft zufrieden bist, gibt es immer Stellen, an denen du arbeiten und noch besser werden kannst. Du kannst deine Ziele jedoch nur erreichen, indem du dir im Vorfeld Gedanken darüber machst, was du überhaupt erreichen möchtest. Demnach ist es wichtig, eine langfristige Strategie für dein Studios zu planen. 

Die Ist-Analyse deines Unternehmens

Bevor du dir Gedanken darüber machen kannst, in welche Richtung du dich mit deinem Studio entwickeln möchtest, ist es wichtig, eine kleine Analyse durchzuführen. Dazu solltest du zwei wichtige Grundpfeiler betrachten: dein Unternehmen mit seinen internen Strukturen und das Umfeld indem du agierst. 

Um deine interne Strukturen zu analysieren, solltest du fünf Themen beachten: 

1. Finde heraus, in welchem Bereich du unterwegs bist und wer deine Zielgruppe ist. Dies solltest du bestenfalls schon getan haben, bevor du dein Studio eröffnet hast. Grob gesagt wir dies bei dir vermutlich die Fitnessbranche sein und deine Zielgruppe sind sportbegeisterte Menschen. 
2. Im zweiten Schritt geht es um deine Produkte. Hier solltest du einen Überblick gewinnen, welche Formate und Kurse du anbietest. Dein Spektrum kann von Yoga über HIIT bis hin zu Personal Training gehen. 
3. In welchen Bereichen liegen deine Stärken? Als Stärke kann fast alles in deinem Studio zählen. Das kann zum Beispiel dein Marketing, oder auch der Umgang mit deinen Kunden sein. 
4. Im vierten Schritt solltest du dir Gedanken um deine Geschäftsfelder machen. Je nach Größe deines Studios können dies verschiedene Arten von Kursen sein, z.B. für den Geist oder Ausdauerorientiert, außerdem bietest du vielleicht auch Wellness an mit einer Sauna in deinem Studio. Du solltest ungefähr wissen wie groß dein Marktanteil ist und wie sich das Marktwachstum verhält.
5. Im letzten Schritt vergleichst du deinen derzeitigen Status mit deinem gewünschten Status in der Zukunft. Hier kannst du ein Gefühl dafür bekommen, wieviel gemacht werden muss, und ob deine Ziele realistisch sind.

Der zweite große Block bildet die externe Analyse, besser gesagt die was um dich herum in deiner Stadt und bei deiner Konkurrenz passiert. Ein beliebtes Modell, welches dir vielleicht schon bekannt ist, ist Porter’s Five Forces oder auch Branchenstrukturanalyse genannt. Wie der Name schon verrät, gibt es fünf Kräfte, die auf jedes Unternehmen, auch dein Studio, einwirken:

1. Die erste Kraft sind deine Kunden. Wie abhängig bist du als Studioinhaber von deinen Kunden und wie viele Kunden hast du sind Leitfragen in diesem Bereich. 
2. Sowie du die Kunden betrachten sollst, von denen du abhängig bist, musst du dir auch deine Lieferanten genauer anschauen. Das können zum Beispiel Hersteller von Fitnessgeräten sein oder auch Trainer die du buchst. 
3. Im nächsten Punkt geht es um die Gefahr der Ersetzbarkeit. Du solltest dir darüber bewusst sein, wie einzigartig z.B. deine Kurse oder auch deine Trainer sind und ob du dich dadurch von deinen Konkurrenten abhebst.
4. Der letzte Punkt betrifft die Gefahr von neuen Konkurrenten. Schau dir die Barrieren für andere Mitbewerber an, um in die Fitnessbranche einzutreten, und dir damit eventuell gefährlich werden können. 

Alle vier beschriebenen Punkte wirken sich letzten Endes auf deine individuelle Marktintensität und Rivalität aus. Ein wichtiger Punkt, den das Modell nicht beinhaltet, sind die zukünftigen Entwicklungen deiner Branche. Gibt es Fitnesstrends oder Szenarien die in der Zukunft geschehen könnten und dadurch deinen Markt beeinflussen? Wenn du all diese Punkte beachtest, solltest du einen guten Überblick über dein externes Umfeld bekommen haben.

Sobald du beide Analysen abgeschlossen hast, kannst du diese in einem Modell zusammenkommen lassen. In deiner internen Analyse hast du die Stärken und Schwächen deines Studios herausgearbeitet, während du in der externen Analyse die Chancen und Gefahren deines Umfelds herausgefunden hast. Deine neu gewonnen Informationen kannst du nun in eine SWOT-Analyse eintragen. SWOT steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Möglichkeiten) und Threats (Gefahren). Durch diese Analyse kannst du dir einen ganzheitlichen Blick auf dein Unternehmen ermöglichen und Strategien z.B. aus deinen Stärken gekoppelt mit den Möglichkeiten ableiten. Hier haben wir ein Beispiel für dich wie du eine SWOT-Analyse machen kannst.

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Erarbeitung deiner Strategieoptionen

Nachdem du die Ist-Analyse deines Unternehmens abgeschlossen hast, kennst du jetzt deine Stärken und Schwächen, sowie die Möglichkeiten und Gefahren die die Fitnessbranche mit sich bringt. Nun ist es an der Zeit, basierend auf deiner Analyse, sich mögliche Strategieoptionen zu überlegen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. 

Allgemein gibt es vier verschiedene Bereiche in denen du deine strategischen Optionen ansiedeln kannst:

1. Finanzen: Bist du zufrieden mit deinem Umsatz und Gewinn? Hier kannst du Optionen entwickeln, die auf deine Profitabilität, oder auch auf deine Finanzierung des Unternehmens im Allgemeinen abzielen. 
2. Kunden: Wie zufrieden sind deine Kunden mit deinen Leistungen? Du kannst dir Ziele setzen, wie zum Beispiel eine höhere Qualität in deinen Kursen oder ein besserer Kundenservice am Empfang. 
3. Interne und externe Prozesse: Hast du vielleicht Schwächen in einem bestimmten Bereich, wie zum Beispiel in der Kundengewinnung, in deinem Unternehmen? Dann solltest du dies als Anlass nehmen, daran zu arbeiten. 
4. Potential deines Unternehmens: Schöpft du bereits all deine Potentiale aus? Du kannst schauen, inwiefern dein Unternehmen digitalisiert ist, zum Beispiel mit einer Kursbuchung über Programme wie Fitogram, oder auch ob dein Personal deinen Anforderungen entspricht.  

Basierend auf dem Five Forces Modell von Porter, welches dir im Teil der Ist-Analyse bereits vorgestellt wurde, gibt es verschiedene Strategiemodelle, die weltweit Anwendung finden. Du kannst dich mit deinem Studio z.B. in einer Sportart spezialisieren, ein einmaliges Feature in deinem Studio anbieten was dich von allen anderen differenziert oder auch einfach der günstigste Anbieter in deiner Umgebung sein. 

Durch deine Analyse solltest du ziemlich schnell ein Gefühl dafür bekommen haben, in welchem Bereich du arbeiten musst, oder welche Ressourcen du nutzen kannst, um Profit daraus zu schlagen. Die vorgestellten Strategien sind natürlich nicht alle Optionen die existieren, sondern sollen nur als Impuls dienen, um dir ein paar Beispiele aufzuzeigen. Bei der Wahl deiner Strategie sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt, schließlich kennst du dein eigenes Studio am besten. Auf was wartest du noch? Viel Spaß bei der Erstellung deiner eigenen Strategie Optionen. 

Die Auswahl deiner Strategie 

Deine Strategie Optionen sind erstellt. Nun geht es in den letzten Schritt: die Auswahl deiner Strategie. Dabei kannst du entweder quantitative oder qualitative Methoden benutzen. Quantitativen Methoden beinhalten viele Zahlen und Objektivität. Viele dieser Methoden, erfordern ein Vorwissen in Statistik, oder finanzielle mathematische Berechnungen. Vielleicht hast du ja bereits ein Vorwissen in diesen Bereichen und kannst diese nutzen. Wenn du mit Statistik und Rechnungen nichts anfangen kann, brauchst du dir dennoch keine Sorgen zu machen. Neben den quantitativen Methoden gibt es auch noch die qualitative Methoden, die keine Rechnungen oder Sonstiges Wissen voraussetzen. Hierbei solltest du deinen gesunden Menschenverstand einsetzen und dir verschiedene Fragen stellen. Ist deine Option plausibel, konsistent, durchführbar, stabil und nachhaltig? Hier geht es im großen und Ganzen darum, ob deine Strategie auch wirklich auf dein Unternehmen und logisch aufgebaut ist, ob sie realistisch ist und ob sie verschiedensten Entwicklungen in deiner Branche standhalten kann. Sobald du all diese Fragen positiv beantworten kannst, sollte deiner Strategie nichts mehr im Wege stehen und der Erfolg ist dir garantiert!

Zusammenfassung

Wie du gesehen hast, ist das Thema der Erstellung deiner Strategie sehr umfangreich. Lass dich davon nicht einschüchtern! Wenn du Schritt für Schritt vorgehst, sollte dies für dich kein Problem sein. Da jedes Studio einzigartig ist, solltest du davon absehen Strategien von anderen Unternehmen zu kopieren. An jedem Anfang steht die Ist-Analyse, mit der du die Stärken und Schwächen deines Unternehmens herausfinden und die Chancen und Risiken der Fitnessbranche identifizieren kannst. Danach solltest du ein Gefühl bekommen haben, an welchen Baustellen du vielleicht arbeiten musst, oder welche Ressourcen du nutzen kannst, um  richtig durchzustarten. Danach solltest du basierend darauf deine verschiedenen Strategie Optionen formulieren. Zum Schluss musst du dich für ein oder mehrere Strategieziele entscheiden. Dazu kannst du entweder Zahlen nutzen, oder einfach auf dein Bauchgefühl hören. Ich hoffe dieser Beitrag hat dir geholfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie man eine Strategie aufbaut, die nachhaltig und auf dein Studio maßgeschneidert ist. In unserem nächsten Beitrag fokussieren wir uns auf die Durchführung deiner bis dahin kreierten Strategie.

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